Auf Rügen werden schätzungsweise 12.500 Betten der privaten Ferienvermietung angeboten, die mehr als 1,3 Mio. Übernachtungen pro Jahr verzeichnen. Mit schätzungsweise ¼ aller Übernachtungen auf Rügen ist dabei die private Ferienvermietung eine tragende Säule des Tourismus auf der Insel. Tatsächliche Zahlen sind nicht bekannt, da Vermieter bis acht Betten nicht den statistischen Meldepflichten unterliegen.
Bekannt ist dagegen, dass die Qualität vieler dieser privaten Ferienhäuser, -wohnungen und -zimmer nicht mehr dem heute üblichen Qualitätsstandards entsprechen. Parallel dazu nimmt die Reiseerfahrenheit immer mehr zu – und die Ansprüche der Gäste steigen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Beschwerden über den schlechten Zustand der Einrichtung, ein oft mangelndes Preis-/Leistungsverhältnis oder den fehlenden Service in Privatvermietungen die „Hit-Liste“ der bei der Tourismuszentrale Rügen (TZR) eingehenden Reklamationen anführen. Unzufriedene Gäste, die nicht wiederkommen, und ein negatives Image Rügens sind die Folge.
Diese Defizite und die seit Jahren rückläufigen Übernachtungszahlen sind Anlass für das bundesweit einmalige Projekt „Professionalisierung der privaten Ferienvermietung auf Rügen“. Das Projekt richtet sich gezielt an die Privatvermieter, um mittels Schulung, Coaching (Beratung vor Ort) und Klassifizierung der Quartiere nach den Kriterien des Dt. Tourismusverbandes (DTV) die Qualität im Bereich der privaten Ferienvermietung auf Rügen nachhaltig zu stärken.
Initiiert durch den Tourismusverband, übernimmt die TZR die organisatorischen Aufgaben und setzt das Projekt gemeinsam mit dem IHK-Bildungszentrum Stralsund um. Gefördert wird es aus Mitteln des Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklungsprogramms (ASP) des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Am 28. September 2006 fiel mit der Auftaktveranstaltung im RAMADA Hotel in Bergen der Startschuss. Eingeladen wurden zunächst Gemeindevertreter und Fremdenverkehrsvereine sowie Kurverwaltungen. Im Oktober und November richteten sich 12 regionale Veranstaltungen auf Rügen und Hiddensee dann direkt an die Privatvermieter, um über die Projektinhalte und –hintergründe zu informieren. War die Beteiligung in den Ostseebädern zu Beginn der Informationsabende eher verhalten, signalisierten zunehmend mehr Privatvermieter Ihr Interesse an dem Vorhaben. Mit über 200 interessierten Teilnehmern kann bislang eine positive Bilanz gezogen werden.